Liebe Gemeinde!
Am 21. März 1964 – also vor genau 50 Jahren – empfing ich im Fuldaer Dom aus der Hand von Bischof Adolf Bolte die heilige Priesterweihe. Seitdem hatte ich ein sehr bewegtes Leben. Als junger Kaplan machte ich in Somborn (Freigericht) meine ersten Schritte in der Seelsorge, war dann vier Jahre lang Domkaplan in Fulda und wurde im Jahre 1970 mit der Gefängnisseelsorge in den Kasseler Vollzugsanstalten betraut. Dreizehn Jahre lang durfte ich den vom Schicksal Gezeichneten dienen, was mich sehr stark geprägt hat.
Im Jahre 1983 wurde ich freigestellt für die Mitarbeit in dem ökumenischen Lebenszentrum Schloss Craheim – Franziskushof, im Bistum Würzburg gelegen, wo ich mit einer kleinen Hausgemeinschaft ein geistliches Leben führte und bei den unterschiedlichen Tagungen mitwirkte. Drei Jahre später rief mich Bischof Dyba nach Fulda zurück. Hier war ich zunächst Leiter im Jugendzentrum "Haus Immanuel", bis mir der Bischof im Jahre 1989 die Gemeinde St. Andreas anvertraute. Hier darf ich nun schon 25 Jahre lang wirken.
Die Tätigkeit in St. Andreas sehe ich als die Krönung meines priesterlichen Wirkens an. Hier wurde mir bewusst, dass die Pfarrei-Seelsorge die eigentliche Erfüllung einer priesterlichen Berufung ist. Die vielfältigen Erwartungen der Gemeinde habe ich sicherlich nicht erfüllt und dadurch manches Gemeindemitglied enttäuscht. Ob ich die Erwartungen Christi, meines Dienstherren, immer erfüllt habe, steht auf einem anderen Blatt und wird mir eine bange Frage bleiben. -
Am Sonntag, 23. März möchte ich in einem festlichen Gottesdienst dem Herrn Dank sagen für seine Treue, mit der ER mich durch all die Jahre begleitet hat. Ich lade Sie sehr herzlich ein, mit mir diesen Dank zu teilen in der gemeinsamen Eucharistiefeier und beim anschließenden Empfang in den Räumen der Pfarrei (Essen und Trinken gehört dazu!).
Nun hat der Bischof von Fulda mich, da ich mein 75. Lebensjahr vollendet habe, in den Ruhestand versetzt. Ich werde aller Voraussicht nach mit dem 31. Juli meinen Dienst in der Gemeinde St. Andreas beenden, was mir nicht leicht fällt. So wird in den Kelch der Jubiläumsfeier der bittere Tropfen des Abschieds fließen. – Dass ich Ihnen auch weiterhin verbunden bleibe und Sie täglich segnen werde, ist für mich eine Selbstverständlichkeit!
Ihr Pfarrer
Winfried Abel